
29.04.2008 17:27 von
Gerald
Leute, realisiert ihr nicht, daß es da einen kleinen Widerspruch gibt?:
Nicht die Verteidigung der Bürger- und Freiheitsrechte, sondern deren Einschränkung bedarf einer Rechtfertigung.
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Wien setzt durch, dass es keine Kampfhunde mehr in der Stadt gibt.
Wohin sollen denn die "Kampfhunde", die Euch so entsetzlich ängstigen, verschwinden? Ins Tierheim- egal welche Probleme das dort bereitet? Naja ist doch gleichgültig, hättens eben keine Tierschützer, sondern Kinderfreunde werden sollen. Oder gleich vertilgen? Sind ja eh nur Viecher- da darf man doch durchaus zur Vernichtung schreiten um sich Erleichterung zu verschaffen. Zumindestens bis das nächste angstbesetzte Objekt auftaucht, aufgrund dessen dringend zur Hexenjagd geblasen werden muß....
Vielleicht würde aber einfach eine intelligentere Auseinandersetzung mit der Materie und die (hoffentlich) danach folgende Erkenntnis, daß es "keine Kampfhunde gibt" (Zitat Univ.Prof. Irene Stur- auch keine ganz Dumme) zur Beruhigung des erhitzten Stadtneurotikergemüts beitragen?
Ein wenig mehr Fachkenntnis als Grundlage für Visionen wäre nicht schlecht. Und bitte jetzt nicht die Bißkraft ins Spiel bringen, denn
von den Verletzungen her besteht kaum ein Unterschied zwischen dem Biß eines Schäferhundes und dem eines Staffordshireterriers. Nachdem die überwiegende Anzahl schwerer Bißverletzungen zu Hause passiert, bieten auch noch so drastische Beikorb und Leinenzwänge keinen Schutz.
Es geht also keineswegs um "den Schutz der Kinder", die gerade in unserer so neurotischen Zeit enorm vom Umgang mit Tieren profitieren können. Es geht vielmehr um die Abschaffung des (artgerechten) Hundebesitzes in den Städten,
der vielen schon lange ein Dorn im Auge war. Der vielerorts geforderte absolute Leinen-und Maulkorbzwang, und der dadurch herbeigeführte Mangel an Bewegung und
Sozialkontakten zu Hund und Mensch, produziert erst recht
verhaltensgestörte, aggressive
Hunde.
An der wahren Ursache gestörter Hunde (aller Rassen!!!), nämlich auf bloßen Profit zielende Hinterhofzüchtung, Ostimporte und Mißhandlungen durch kriminelle Tierquäler ändert dies zudem nichts. Wo sind eigentlich die Forderungen nach einer generellen Überwachung der Hundezüchter und des Hundeimports? In meinem Heimatort verscherbelt eine Tierhandlung tagtäglich Hunde aus Ungarn, die wegen der frühen Entwöhnung von der Mutter in der Regel entweder bald schwer erkranken oder Angstbeißer werden. Dieses Problem wird jedoch kaum thematisiert, es gibt dagegen auch keine rechtliche Handhabe.
Um all diese Probleme zu erkennen, müßte man allerdings über einiges an Sachverstand verfügen, nur war der bei Hexenjagden bekanntlich noch nie
gefragt....
PS: Zum Studium empfohlen:
A.Univ.Prof. Dr. Irene Stur, Zur Frage der besonderen Gefährlichkeit von Hunden auf Grund der Zugehörigkeit zu bestimmten Rassen, Institut für Tierzucht und Genetik
der Veterinärmedizinischen Universität Wien
www.canis.info
Bernd Reinhardt, Der soziale Aspekt in der Kampfhunde-Diskussion
www.wsws.org
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