Soziale Stadt
„Gesundheit ist gewiss nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts.“
Arthur Schopenhauer, deutscher Philosoph, 1788 – 1860

Perspektiven und Visionen der SPÖ
- Grundlegende Voraussetzungen für Gesundheit sind für uns – in Anlehnung an die Ziele der Weltgesundheitsorganisation – Frieden, angemessene Wohnbedingungen, Bildung, Ernährung, Einkommen, ein stabiles Ökosystem, soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Gesundheitspolitik muss auf alle diese Voraussetzungen einwirken.
- Für immer gesund. Der Traum könnte im 21. Jahrhundert für viele Menschen in Erfüllung gehen. Manche WissenschafterInnen meinen, das Zeitalter der Entdeckungen gehe zu Ende. Dafür beginne die Epoche des Beherrschens der Natur. Das verlangt besonderes Verantwortungsgefühl für die menschliche Macht und wofür sie eingesetzt wird.
- Vorbeugende und heilende Medizin müssen gleichen Rang erhalten. Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsaufklärung müssen zu zentralen Aufgaben der Politik werden, um Lebenserwartung und Lebensqualität zu erhöhen. Lebens- und Arbeitsbedingungen, die physisch oder psychisch krank machen, müssen besser erforscht und tatkräftiger verändert werden. Umweltschutz und Arbeitsschutz, Wohnungsbau und naturgerechte Landwirtschaft müssen zur Gesundheitsvorsorge beitragen.
- Mit seinen modernen Gesundheitseinrichtungen hat Wien die besten Chancen, ein Gesundheitsmekka der Zukunft zu werden, ein Zentrum der Biotechnik- und Medizinforschung. Der Kampf gegen Krebs und andere lebensgefährliche Erkrankungen könnte in Wien gewonnen werden. Was an Spitzenmedizin möglich ist, soll es in Wien geben, und zwar für alle Menschen.
- In 20 Jahren wird es in Wien etwa 100.000 Menschen mehr im Alter über 60 geben. Und sie werden noch aktiver und mobiler sein als die heutigen SeniorInnen. Die starre Trennung zwischen Ausbildungs-, Berufs- und Ruhestandszeit wird aufgebrochen werden. Die älteren Menschen werden sich bilden, studieren und reisen wollen, werden ihre Erfahrung einbringen und mitbestimmen wollen. Und wir wollen, dass sie all das tun können, weil sie keine Sorgen um Gesundheit und Auskommen haben müssen.
- In einer Gesellschaft, in der immer mehr alte Menschen mit immer weniger jungen Menschen zusammenleben, sind solidarische Beziehungen wichtiger denn je. Sie müssen erhalten, erweitert, geschützt und unterstützt werden. Nicht Unverständnis und Konkurrenz, sondern Erfahrungsaustausch und Solidarität sollen das Verhältnis zwischen Jung und Alt bestimmen.
- Und schließlich geht es darum, ein Altern in Würde sicherzustellen, durch Zeit und Zuwendung durch andere in Lebensphasen, wo die älteren auf Hilfe angewiesen sein werden. Das schließt auch das Sterben in Würde ein.
- Die gegenwärtige Wirtschaftsordnung des Neoliberalismus, die Eigennutz über Gemeinnutz stellt, führt in eine Sackgasse. „Wertschöpfung“ wird nur mehr im materiellen Sinn verstanden, alles wird in Geld und Kosten gemessen. Egoismus und Rücksichtslosigkeit sind zu Prinzipien menschlichen Handelns geworden. Doch die materiellen Bedürfnisse vieler Menschen zeigen Grenzen. Die neuen Freiheiten der wirtschaftlich Mächtigen schränken jene der Schwächeren ein. Risiken sowie ungleiche Verteilung von Einkommen, Vermögen und Sicherheiten nehmen zu. Aus der tiefen Wirtschafts-, Verteilungs- und Orientierungskrise weiß der Neoliberalismus keinen Ausweg. Nach dem behaupteten „Staatsversagen“ zeigt sich nun ein „Marktversagen“.
- Wir wollen eine neue Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung, in welcher der Wert des Menschen höher geachtet wird als jener des Geldes, wo der Eigennutz nicht mehr über dem Gemeinnutz steht, wo Menschen soziale Verantwortung für ihr Tun zeigen, wo eine Kultur des Verzichts und des Teilens entwickelt wird, die Mensch und Natur nicht ausbeutet, wo eine neue Einstellung zu jeder Form von Arbeit und gegenüber unseren Lebensgrundlagen entsteht, wo der Staat wichtige Schutzaufgaben hat, die wirtschaftliche Entwicklung stabiler und der Wohlstand aller Menschen größer wird, wo sich die Einkommens- und Vermögensschere nicht weiter öffnet, wo die Machtverhältnisse ausgeglichen verteilt sind und mit den Entwicklungschancen der Dritten Welt der Hunger ab- und der Frieden in der Welt zunimmt.