Klimawandel, Energie und Umwelt
„Die Kunst der Politik muss dazu angewandt werden, die Alternativen zu definieren, das öffentliche Bewusstsein für die drohende Gefahr zu schärfen und als Katalysator für Entscheidungen zu wirken, die sich an erfolgversprechendem gemeinsamem Handeln orientieren.“ Al Gore, 1992
„Wir leben in einer Zeit, über die uns unsere Kinder sagen werden: Ihr hattet es in der Hand, viele Entwicklungen zu beeinflussen. Aber euer Wohlstand und eure Bequemlichkeit waren euch wichtiger.“ Andreas Höferl, ein Diskussionsteilnehmer

Was die Zukunftsforschung meint
- Die Erderwärmung ist vom Menschen gemacht, vor allem weil wir Menschen zu viel CO2 und Wasserdampf produzieren. Der Klimawandel wird allgegenwärtig: Überschwemmungen, Dürre, heftige Stürme, milde und schneelose Winter – extreme Wetterereignisse nehmen immer stärker zu. Die Temperaturen steigen um mehrere Grad, Küstengebiete werden durch das Ansteigen der Meeresspiegel unbewohnbar.
- 3 Milliarden Menschen werden vielleicht schon 2015 unter Trinkwassermangel leiden. In Afrika wird Wasser um das Jahr 2020 so knapp, dass Kriege ausbrechen und sich die Wanderungsbewegungen in gemäßigte Zonen – auch nach Europa – verstärken. Schon bald werden die Gletscher der Ostalpen bis auf Restfirne verschwunden sein. Die Alpen werden als zentraler Wasserspeicher ausfallen.
- 2050 wird in Nordeuropa Mais angebaut. Die Land- und Forstwirtschaft Skandinaviens wird wesentlich ertragreicher, wobei damit keine wirtschaftlichen Vorteile verbunden sind, weil die Wetterextreme enorm zerstörerische Wirkung haben. In Mittel- und Südeuropa sinken die Ernteerträge dramatisch. Der Permafrostboden in Nordrussland taut auf, was dazu führt, dass ganze Städte versinken und die Erderwärmung (entweichendes Methan) zusätzlich angeheizt wird. Die Erderwärmung wird große Teile der Tropenwälder vernichten. Das Abschmelzen des Polareises wird das Ansteigen des Meeresspiegels und die Überflutung vieler Küstenregionen vorantreiben. In Kanada werden nach 2050 mehr Menschen leben als in den hitzegeplagten Dürreregionen der USA.
- Der Weltenergiebedarf wird weiter zunehmen und sich bis 2060 verdoppeln. Hauptursache wird die Entwicklung in China und Indien sein.
- Das Ende der fossilen Energie. Das 21. Jahrhundert wird nach Ansicht der Wissenschaft das Ende von Kohle und Öl bringen. Öl wird knapper und empfindlich teurer. Energieeffizienz und verstärkte Nutzung von erneuerbarer Energie sind die Strategien. Das EU-Ziel ist ein 15-prozentiger Anteil der erneuerbaren Energien im Jahr 2015. Während die einen 2020 in Europa einen weitgehenden Ausstieg aus der Kernenergie erwarten, rechnen andere mit ihrer Renaissance.