Neue Stadtteile, neues Wohnen
„Ich muss den Ästheten eine niederschmetternde Mitteilung machen: Alt-Wien war einmal neu.“
Karl Kraus, österreichischer Schriftsteller, Publizist und Satiriker, 1874 – 1936

Wie es auch kommen könnte ...
- Wien verliert an Attraktivität. Und im wirtschaftlichen Wettbewerb zunehmend Firmen und Arbeitsplätze an Osteuropa. Die Arbeitslosigkeit steigt.
- Es kommt zu keiner substanziellen Zusammenarbeit zwischen Wien und dem Umland. Im Wettstreit um Betriebe verlieren beide. Lachender Dritter ist die Region um Bratislava.
- Die offenen Grenzen verstärken die Zuwanderung ärmerer Bevölkerungsgruppen. Weil den Städten die Mittel für eine erfolgreiche Integration im Arbeits- und Wohnungsmarkt oder im Schulwesen fehlen, verslumen ganze Bezirksteile. Die Durchmischung der Stadt geht zusehends verloren. Kriminalität und Drogenprobleme nehmen zu. Investitionen in diesen Bezirksteilen (auch in die Wohnhaussanierung) werden immer seltener.
- Der Bund zieht sich aus der Wohnbauförderung zurück, will den Wohnbau zunehmend Privaten überlassen. Die Bundesländer können den Entfall der Mittel nicht kompensieren. Es wird weniger gebaut. Das Wohnungsangebot wird knapper, Wohnungen werden dadurch teurer. Der Aufwand der Städte für individuelle finanzielle und soziale Hilfen steigt enorm.
- Wiens Gemeindewohnungen werden an „Investoren“ verkauft. Die neuen Eigentümer haben Interesse an Rendite. Die Mieten werden erhöht, es wird weniger in die Erhaltung der Gebäude gesteckt. Dafür wird bei der Verwaltung und Reinigung gespart. Zahlungsrückstände führen sehr rasch zur Delogierung.