SPÖ - 1000 Visionen für Wien

ANREGUNGEN AUS DER ZUKUNFTSDISKUSSION
&WIENER VISIONEN 2010 - 2030 - 2050& DER SPÖ WIEN

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„WIENER VISIONEN 2010 – 2030 – 2050“

01 Jahre intensiver Diskussionen...

Am Anfang der Sozialdemokratie standen Visionen.

Wie jene „… von der Zukunft Fernen, dass Brot und Arbeit uns gerüstet stehen, dass unsere Kinder in den Schulen lernen und unsere Alten nicht mehr betteln gehen.“ Visionen wie diese und die Entschlossenheit, diese Zukunft gestalten zu können, haben die Herzen und Hirne vieler Menschen in Bewegung versetzt.

Die Sozialdemokratie hat die soziale Phantasie, die in vielen Menschen ruht, in mehrheits- und durchsetzungsfähige Perspektiven und Konzepte umgesetzt. Keine andere politische Bewegung hat im 20. Jahrhundert das Leben der Menschen so tiefgreifend und nachhaltig zum Positiven verändert wie die Sozialdemokratie.

In ihrer mehr als hundertjährigen Geschichte stand die österreichische Sozialdemokratie immer wieder vor großen Aufgaben. Im Ringen um Freiheit, Gerechtigkeit, Gleichheit, Solidarität und ein verbessertes Leben der Menschen hat sie ihre Programme und Zukunftsentwürfe stets den jeweils aktuellen Herausforderungen angepasst. Sie hat sich dabei immer wieder durch perspektivisches Denken ausgezeichnet und visionäre Kraft bewiesen.

Inmitten rasanter, tiefgreifender Veränderungen in Europa blicken auch heute viele Menschen ungewiss in die Zukunft. Was wird dieses 21. Jahrhundert an Veränderungen bringen, in welcher Weise wird sich das Leben ändern oder verbessern? Klimawandel, Arbeitslosigkeit, Wanderungsbewegungen oder auch Terrorismus verunsichern viele. Gerade in solchen Zeiten muss die Sozialdemokratie Orientierungen für die Zukunft geben können.

Mit der Zukunftsdiskussion „Wiener Visionen 2010“ hat die Wiener Sozialdemokratie bereits 1999 eine intensive Zukunftsdiskussion neu begonnen. Die Ergebnisse fanden Ausdruck im Programm für die Gemeinderatswahlen des Jahres 2001, bei denen die Wiener SPÖ großes Vertrauen und die absolute Mandatsmehrheit im Wiener Gemeinderat zurückgewinnen konnte.

Mit den „Wiener Visionen 2010 – 2030 – 2050“ fand die Diskussion zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine Fortsetzung. Zeitlich und räumlich wurden allerdings die gewohnten Grenzen des Denkens weit überschritten. Weil heute mehr denn je globale, langfristige Entwicklungen unser Leben bestimmen. Mehr denn je ist im wahrsten Sinn weitsichtiges Denken erforderlich, um die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft treffen zu können.

Die Diskussionen der „Wiener Visionen 2010 – 2030 – 2050“ befassten sich daher von Anfang an mit dem globalen Klimawandel und seinen Folgen ebenso wie mit der zu erwartenden Energiewende, dem zunehmenden Verkehr, dem Bevölkerungswachstum, der Aufwärtsentwicklung Asiens, dem wachsenden Sicherheitsbedürfnis, den technologischen Revolutionen, den Fortschritten der Medizin und Gentechnik, den veränderten Wohnbedürfnissen und Kommunikationsweisen, den veränderten Formen des Zusammenlebens, den Veränderungen der Wirtschaft und der Arbeitswelt oder der Notwendigkeit gerechterer Verteilung. In diesem Prozess wurden selbstverständlich auch die Grundsätze und Werte der Sozialdemokratie diskutiert und die gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart, aber auch Visionen für die Zukunft an ihnen gemessen. Es wurden schließlich Szenarien entwickelt, wie die Zukunft in Wien in den kommenden Jahrzehnten unter diesen Gesichtspunkten aussehen könnte.

Die „Wiener Visionen 2010 – 2030 – 2050“-Diskussion wurde zunächst innerhalb der SPÖ geführt. In zahlreichen Arbeits- und Diskussionsgruppen haben sich mehr als 2.000 Menschen beteiligt und viele konkrete Visionen und positive Bilder der Zukunft entwickelt. Zahlreiche MitarbeiterInnen und MandatarInnen der SPÖ und auch die Mitglieder der Wiener Stadtregierung und Wiens Bürgermeister und SPÖ-Vorsitzender Michael Häupl beteiligten sich am Diskussionsprozess. Es gelang, die „soziale Phantasie“ sehr vieler Menschen in der Sozialdemokratie wieder zu wecken. All diesen Menschen gebührt – ohne Unterschied – ein großer Dank für ihr Engagement.

Der nachfolgende Text ist die Zusammenfassung der während dieses sehr offen geführten Diskussionsprozesses bislang formulierten Zukunftsvisionen. Die Visionen sind nach Themenbereichen geordnet. Es sind durchwegs optimistische Zukunftsbilder. Die Darstellung und Analyse der Gegenwart wurde auf ein für das Verständnis notwendiges Mindestmaß konzentriert.

Dieser Text ist daher nicht „das Zukunftsprogramm“ der SPÖ Wien. Er ist lediglich ein erster Spiegel der Hoffnungen und Erwartungen vieler Menschen an die Zukunft, ein spannend zu lesender und wichtiger Beitrag für weiterführende Diskussionen und Entscheidungen über den Weg Wiens in die Zukunft. Dieser Text wird nun der Öffentlichkeit vorgestellt und Grundlage weiterer Diskussionen, Anregungen und Visionen für Wien sein.

Welche dieser Visionen sich als notwendig und richtig und welche sich als unrealistisch oder immer noch unerreicht erweisen – die Zukunft wird es zeigen.
Dr. Andreas Höferl
Klubdirektor und Koordinator der Diskussion
„Wiener Visionen 2010 – 2030 – 2050“, Wien 2007


„Zu Beginn des Diskussionsprozesses ist es uns allen gar nicht leicht gefallen, uns von herkömmlichen Denkmustern und geistigen Schranken zu befreien. Ja, es hat sogar überraschend viel Mut und Energie gekostet, ohne falsche Hemmung oder Selbstbeschränkung in die Zukunft zu sehen, sich die Zukunft konkret vorzustellen und vorübergehend geistig in ihr zu leben. Nach und nach haben wir alle aber immer mehr Gefallen daran gefunden und es hat richtig Lust gemacht. Das könnte und sollte ein Anstoß sein, noch mutiger und noch lustvoller Politik im Sinne der Zukunft unserer Gesellschaft zu machen.“
Christian Oxonitsch
Klubobmann der Wiener SPÖ


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